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Hoffnung auf Besinnung in der hoffnungslosen Sinnlosigkeit

Mittwoch, 18. Oktober 2006:
Ich war nicht mehr wirklich überrascht. Ich wusste gleich, als ich heute Morgen den Brief in der Hand hielt, dass es eine weitere Absage ist. Zwei Chancen auf einen ausbildungsintegrierten Studiengang habe ich noch, aber ich mache mir kaum Hoffnung. Auf die Weise hält sich auch die Enttäuschung in Grenzen. => mehr



Gespiegelte Lieblosigkeit

Sonntag, 22. Oktober 2006:
Ich hasse Ferien! Sie führen mir meine Einsamkeit so deutlich vor Augen. Tagelang habe ich keinerlei Kontakt zu meinen Mitschülern. Ich sitze allein zu Hause vor dem Computer, gehe alleine spazieren oder lese ein Buch, um mir einreden zu können, etwas Sinnvolles getan zu haben. => mehr

Bildungspolitik ist Wirtschaftspolitik

Als Hoffnungslos, Leistungs- und Aufstiegsunwillig, in problematischer finanzieller und familiärer Situation lebend wird das „Prekariat“ beschrieben, das die vorab bekannt gewordene Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung als eine von neun gesellschaftlichen Gruppen identifiziert. Doch es wird nicht nur ein Problem aufgeworfen. Die Stiftung zeigt gleichzeitig einen Weg aus der Misere auf: Zentraler Lösungsweg müsse Bildung sein – „Bildung und noch mal Bildung“, wie Frank-Dieter Karl von der Friedrich-Ebert-Stiftung in einem Interview mit tagesschau.de erklärt. => mehr

Der dialektisch-historische Materialismus

Seit Karl Marx seine Theorie von einer von Klassenkämpfen geprägten Geschichte formuliert hat, die sich auf den Endzustand des Kommunismus hinentwickelt, waren seine Anhänger stets bemüht, die letzte Phase des Kapitalismus zu diagnostizieren. Doch warum bereits heute – gerade einmal 217 Jahre nach der bürgerlichen Revolution in Frankreich – die Endstufe der bourgeoisen Gesellschaft erreicht sein soll – wo doch die anderen Gesellschaftsformen in der Geschichte über Tausend Jahre Bestand hatten –, bleibt unklar. => mehr

„Ich weiß, dass ich nichts weiß“

Die Wiege der westlichen Zivilisation liegt im antiken Griechenland. Nicht nur die Demokratie hat ihren Ursprung im südlichsten Land der Balkanhalbinsel, die griechische Philosophie prägt bis heute das abendländische Denken. So stammt auch die für die westliche Zivilisation fundamentale Erkenntnis „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ von dem griechischen Philosophen Sokrates. => mehr

Als säh’ ich in mein eignes Herz

Mittwoch, 10. Januar 2007:
„Ich könnte das beste, glücklichste Leben führen, wenn ich nicht ein Tor wäre.“ „Umsonst strecke ich meine Arme nach ihr aus, morgens, wenn ich von schweren Träumen aufdämmere, vergebens suche ich sie nachts in meinem Bette, wenn mich ein glücklicher, unschuldiger Traum getäuscht hat, als säß' ich neben ihr auf der Wiese und hielt' ihre Hand und deckte sie mit tausend Küssen.“ => mehr

Frühlingsgefühle

Ich wandre durch den Nebel,
einsam und allein.
Seh keine Menschenseele,
Verzweiflung weit und breit.
=> mehr

Max Mustermann

Er war ein unauffälliger Mensch. Abitur. Verheiratet, zwei Kinder. Jeden Morgen stand er um halb sieben auf, wusch sich, las die Zeitung, während er seinen Kaffee trank und ein Brötchen aß. Er verabschiedete sich von seiner Frau und den Kindern und fuhr mit dem Auto in die Stadt zur Arbeit. Pünktlich um acht saß er im Büro. Kunden und Mitarbeitern gegenüber war er stets freundlich und zuvorkommend. Sein Chef schätzte seine Zuverlässigkeit. Er versuchte mit den Anforderungen des Alltags bestmöglich zurecht zu kommen. Nie kam er mit dem Gesetz in Konflikt. => mehr

Eine Frühlingsnacht

„Tschüß.“ Sie umarmte ihn. „War ne schöne Party“, sagte sie und wollte sich gerade auf den Heimweg machen.
„Bitte geh noch nicht, ich muss dir unbedingt noch was sagen. Etwas sehr Wichtiges.“ Sie blieb stehen und sah ihn überrascht und erwartungsvoll mit ihren hübschen blauen Augen an. Etwas nervös blickte er zurück. Sie sieht wunderschön aus, dachte er. Ihr schulterlanges brünettes Haar wehte leicht im kühlen Nachtwind. Ihr zartes Gesicht wirkte etwas blass im Licht des Vollmonds. => mehr

Geld macht nicht glücklich

Mittwoch, 11. Juli 2007:
Ich bin wirklich zu beneiden: Ich habe ein eigenes Auto, eine eigene Wohnung, in der zwei Computer und ein Fernseher stehen, demnächst werde ich mir ein Notebook kaufen, das ich zu Studienzwecken nutzen will, denn ich beginne im August ein gut bezahltes duales Studium, und meine einzige finanzielle Sorge ist: Wie verteile ich die Freistellungsaufträge auf meine Banken, dass diese keine Zinsabschlagssteuer einbehalten? Ich bin ein verwöhntes Einzelkind, das von seinen Eltern alles kriegt und darüber hinaus auch von seinen Großeltern großzügig unterstützt wird. => mehr

Der Dualismus des Seins

Hat der Mensch einen freien Willen? Diese Frage scheint angesichts der heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse immer schwieriger zu bejahen. Wir werden bestimmt durch chemische und physikalische Vorgänge, die eindeutigen Naturgesetzen unterliegen. Jedes noch so zufällig erscheinende Ereignis in dieser chaotischen Welt ist das Ergebnis seiner Anfangsbedingungen. Ist der Mensch also nur ein willenloses Objekt in einem komplexen System mit nichtlinearer Dynamik, dem deterministischen Chaos? => mehr

Der liberale Traum

Ich träume von einem Land, in dem alle Menschen die Rechte und Freiheiten genießen, die ihnen von Natur aus zustehen. Ich träume von einem Land, in dem die Menschen die ihnen gegebene Freiheit annehmen und den Mut und die Kraft aufbringen, selber für sich und ihr Fortkommen die Verantwortung zu übernehmen. Ich träume von einem Land, in dem die Leistung eines Menschen über seinen Erfolg im Leben entscheidet – unabhängig von seiner ethnischen und sozialen Herkunft. Ich träume vom Land der unbegrenzten Möglichkeiten! => mehr

Ein Dank an die Linkspartei

Die Linke ist die einzige der im deutschen Bundestag vertretenen Parteien, die sich abgrenzt gegen die diffuse politische „Mitte“. Sie bereichert unser eintöniges politisches Farbspektrum um das Rot, dem die einstige Arbeiterpartei SPD nun verzweifelt hinterherjagt. Noch vor ein paar Jahren beanspruchte sie unter Gerhard Schröder die „Mitte“ für sich. Heute macht die FDP der Union ihre Definition von „Mitte“ streitig. Bleiben noch die Grünen, die 2005 mit der Regierungsbeteiligung auch jegliches Profil und jegliche politische Bedeutung verloren haben. Und so fehlt es der deutschen Politik an echten Alternativen. Der Bürger weiß längst nicht mehr, woran er sich noch halten kann, wenn die liberale Arbeitsmarktreform Hartz IV von einer SPD-geführten Regierung ins Leben gerufen und von einer Unions-geführten Regierung zu Grabe getragen wird. => mehr